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Das Shareholder Value Prinzip

Der Shareholder Value (deutsch: Aktionärswert) ist als Marktwert des Eigenkapitals definiert und entspricht vereinfacht dem Unternehmenswert und dem davon abhängigen Wert der Anteile.

Der Shareholder-Value-Ansatz ist ein von Alfred Rappaport entwickeltes betriebswirtschaftliches Konzept, welches das Unternehmensgeschehen als eine Reihe von Zahlungen (Cash-Flows) betrachtet, analog zu der aus einer (Sach-)Investition resultierenden Zahlungsreihe.

Die Grundlagen entspringen dem Gedankengut von Wilhelm Rieger, der das Postulat "Gemeinnutz kommt von Eigennutz" schon in den 1910er Jahren prägte.

Die Bewertung des Unternehmens wird anhand der freien Cash-Flows ermittelt. Der Shareholder Value ergibt sich dabei aus den auf den Bewertungszeitpunkt diskontierten Freien Cashflows abzüglich des Marktwertes des Fremdkapitals (also z. B. Bankverbindlichkeiten).

Aus dem Kurswert der entsprechenden Aktie multipliziert mit der Summe der gehaltenen Anteile besteht der Vermögenswert (Value), den ein Anteilseigner (Shareholder) einer Aktiengesellschaft besitzt:

Anzahl ausgebener Aktien * Börsenkurs

Eine auf Shareholder Value angelegte Unternehmenspolitik wird demnach versuchen, den Kurswert der Aktien und damit den Marktwert des Gesamtunternehmens stets zu maximieren.

Umfassend wird darunter allerdings nicht allein eine kurzfristige Steigerung des Börsenkurses, sondern eine langfristige Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität verstanden. Heute wird das Shareholder-Value-Prinzip weltweit von Unternehmen angewandt.

Der Shareholder Value-Ansatz geht auf das im Jahr 1986 veröffentlichte Buch von Alfred Rappaport zurück. Danach hat die Unternehmensleitung im Sinne der Anteilseigner zu handeln. Ihr Ziel ist die Maximierung des langfristigen Unternehmenswertes durch Gewinnmaximierung und Erhöhung der Eigenkapitalrendite. Die geforderte Eigenkapitalmindestverzinsung dominiert andere Belange.

Weil der Begriff mittlerweile massiv in die Kritik geraten ist, wurde er sowohl in der Fachliteratur als auch in den Unternehmen durch "Value Based View" (engl. wertbasierte Sicht) ersetzt.

Der Shareholder Value kann als Resultat der Unternehmensführung betrachtet werden. Dabei haben verschiedene Faktoren einen Einfluss, wie Rappaport 1999 ausführte.

Bemerkenswert daran ist, dass Management-Entscheidungen nur indirekt einen Einfluss auf den effektiv geschaffenen Shareholder Value haben.Insbesondere kann die Sicht der Bewertungs-Komponenten, Auswirkungen der getroffenen Management-Entscheidungen verstärken oder wieder aufheben.

Hier setzt dann auch die Kritik an der Berechnung des Shareholder Value an.Meist werden starke Eingriffe vorgenommen,von welchen man annimmt, dass sie effektiv etwas in Bezug auf den SHV bewirken. Dadurch wird auch sichtbar, dass der Shareholder Value kein Ansatz ist, der mit Stakeholder Value vereinbar ist.

In seinen Hauptvarianten wird der Shareholder Value nach dem

++ Discounted Cash Flow-Verfahren als Summe der diskontierten Zahlungsströme abzüglich des Fremdkapitalwertes, oder dem

++ Ertragswertverfahren als Summe der diskontierten zukünftigen Gewinne und Ausschüttungen berechnet.

Der Shareholder Value wird wie folgt berechnet:

Die freien Cash-Flows (FCF) der betrachteten Jahre (t) werden mit (1+WACC) abgezinst und anschließend summiert.

Diese Summe wird mit der, nach gleichem Verfahren abgezinsten, Summe des Residualwertes (geschätzte freie Cash-Flows für die Zeit nach den betrachteten Jahren) sowie dem Wert des nicht-betriebsnotwendigen Vermögens (Maschinen, Immobilien, Fuhrpark...) summiert.

Zieht man von dieser Summe das Fremdkapital des Unternehmens ab, erhält man den Shareholder Value.

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